Insolvenzverwaltung

Überblick über den Ablauf eines Insolvenzverfahrens

Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens setzt einen Antrag des Schuldners oder eines Gläubigers beim zuständigen Insolvenzgericht voraus. Je nach der Tätigkeit des Schuldners ist zwischen einem Verbraucher- und einem Regelinsolvenzverfahren zu unterscheiden, wobei ersterem zwingend ein außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren vorausgeht.

 

Dem Antrag auf Eröffnung eines Regelinsolvenzverfahrens folgt regelmäßig ein Eröffnungsverfahren. Ein vom Gericht bestellter Gutachter prüft, ob ein Eröffnungsgrund vorliegt. Zeitgleich ist die Anordnung von Sicherungsmaßnahmen für die Insolvenzmasse möglich - so etwa die Einsetzung eines vorläufigen Insolvenzverwalters zur Erhaltung des schuldnerischen Vermögens. Ist genug Masse vorhanden um jedenfalls die Verfahrenskosten zu decken, ergeht Eröffnungsbeschluss und ein Insolvenzverwalter wird bestellt. Der Insolvenzverwalter stellt nunmehr den Gläubigern anheim, ihre Rechte binnen einer bestimmten Frist geltend zu machen. Drittschuldner werden aufgefordert, ab sofort nur noch an den Insolvenzverwalter zu leisten.

 

Mit dem Eröffnungsbeschluss darf der Schuldner über die Insolvenzmasse nicht mehr verfügen. Dazu berechtigt ist ab sofort ausschließlich der Insolvenzverwalter. Einzelne Zwangsvollstreckungen sind gegen den Schuldner während eines Insolvenzverfahrens nicht möglich. Vielmehr sind alle Rechte bei dem Insolvenzverwalter anzumelden. Der Schuldner ist im Insolvenzverfahren zu umfangreicher Auskunft und Mitwirkung verpflichtet.

 
Der Insolvenzverwalter verwaltet und verwertet die Insolvenzmasse. Der erwirtschaftete Erlös wird nach Deckung der Verfahrenskosten und Masseverbindlichkeiten gleichmäßig an die Gläubiger nach einer Quote ausgeschüttet. Anschließend ergeht Aufhebungsbeschluss. Bei natürlichen Personen schließt sich auf entsprechenden Antrag noch eine Wohlverhaltensphase mit dem Ziel der Erteilung der Restschuldbefreiung an. 

 

Viele Aspekte sind im Zusammenhang mit einer Insolvenz zu beachten; gerne beraten wir Sie hierzu.

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Aktuell

Johann Stiegler KG meldet Insolvenz an

Mit Beschluss des Insolvenzgerichts Ansbach vom 30.10.2018 wurde über das Vermögen der Johann Stiegler KG die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und Rechtsanwalt Dr. Eisner zum vorläufigen Insolvenzverwalter mit Zustimmungsvorbehalt bestellt. Bei der Johann Stiegler KG handelt es sich um ein seit Jahrzehnten in Solnhofen ansässiges Familienunternehmen, das in der Gewinnung und Verarbeitung des Solnhofer Kalkstein und des Jura Kalkstein tätig ist. Ein weiterer Geschäftszweig besteht in dem Handel mit keramischen Platten und Natursteinimporten. Die Johann Stiegler KG beschäftigt ca. 80 Arbeitnehmer   Der schuldnerische Geschäftsbetrieb wird seit Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung in Abstimmung mit der Geschäftsführung der Johann Stiegler KG aufrechterhalten. Erste Gespräche mit potentiellen Interessenten wurden bereits aufgenommen und Besichtigungen durchgeführt. Die fortlaufenden Lohn- und Gehaltszahlungen an die Arbeitnehmer der Johann Stiegler KG konnten durch eine Insolvenzgeldvorfinanzierung unter Einbeziehung der Bundesagentur für Arbeit sichergestellt werden.